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Imagefilmdreh “Die Dresdner Bergbahnen”

Im Spätsommer diesen Jahres gewannen wir die Ausschreibung für die Produktion eines ca. 4minütigen Werbefilms zur Bewerbung der beiden Dresdner Bergbahnen. Auftraggeber waren die Dresdner Verkehrsbetriebe und ausschlaggebend für unsere Beauftragung war unter anderem unsere Drehbuchidee, die sich von dem sonst typischen Imagefilm mit Offtextsprecher deutlich abhob:

 

 

Die wie immer von Fabian Schmidt organisierte Filmproduktion bestand aus drei Teilen: der Dreh der Rahmenhandlung mit vier Schauspielern, der Dreh von Aufnahmen der Standseilbahn und der Schwebebahn und einen Drohnendreh, den wir zusammen mit einem externen Dienstleister realisierten.

Eingeplant waren drei Drehtage und da der Film im Sommer spielen sollte, der Herbst aber schon vor der Tür stand, mussten wir uns beeilen. Die Rahmenhandlung wurde dabei am Dresdner Körnerplatz gedreht, der auf optischer Ebene sehr viel hergibt, akustisch aber problematisch ist. Mehrere Buslinien und viel Verkehr gaben den genauen Drehort und die Sichtachse förmlich vor, da wir sonst unseren Ton in Richtung Verkehrslärm hätten angeln müssen.

Ich übernahm sowohl Kamera, als auch Regie, was bei einem Handkameradreh wie diesem hier immer eine Herausforderung ist. Gleichzeitig die Kadrierung und die Schärfe im Auge zu behalten und trotzdem noch auf das Spiel der Schauspieler zu achten, erfordert volle Konzentration. Und trotzdem sind mir auch hier kleine Mängel bei der Schärfe unterlaufen, die natürlich erst im Schnitt aufgefallen sind. Da bei mir aber immer „Geschichte/Schauspiel“ vor „Bild“ gilt, habe ich mich bei der Montage doch für ein oder andere visuell nicht ganz perfekte Kameraeinstellung entschieden.

Geschnitten habe ich wie so oft mit dem AVID Mediacomposer, Stimmung und Takt gaben mir dabei der Temptrack „Summer in the City“ vor, da ich mich beim Filmeinstieg ein klein wenig vom Anfang des Films „Die Hard 3“ inspirieren ließ. Später komponierte Sascha Knorr dann im Cubase eine komplett neue, zielgruppengerechtere Musik, behielt aber den Takt des Temptracks bei.

Die Farbkorrektur erledigte Jakob Ihde im Davinci Resolve 12, wobei hier vor allem die Herausforderung war, das gestochen Scharfe 4K Drohnenmaterial (gedreht mit einem DJI Quadrocopter und einer Sony X3), welches leider nur in einem schon stark gesättigten und konstrastreichen Consumercodec vorlag, mit dem filmischen, weicheren Blackmagic Cinema Camera Material zu mischen. Ich denke aber, das ist uns gelungen und im Film sind die verschiedenen Kameras optisch kaum noch zu unterscheiden.

Eine kleine Aufnahme wurde von mir sogar mit der Kompaktkamera Sony RX100 Mark IV in 250frames gemacht, nämlich der Schwenk vom Schwebebahnturm über Dresden bei Sonnenuntergang. Diesen Schwenk habe ich außerhalb des Filmdrehs frei aus der Hand mit einer Freundin gedreht und er war so gut gelungen, dass ich ihn zwei Monate später im Film verwendet habe.

Aus dem fast vierminütigen Film entstehen nun noch mehrere Kurzversionen für verschiedene Auswertungen, die dann leider alle ohne die Rahmenhandlung auskommen müssen.

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– written by Alexander Schulz